Immer schön flexibel bleiben!

Es gibt viele Dinge, die sich mit Kindern verändern. Eine der größten Herausforderungen für mich, ist die Tatsache, dass man immer flexibel bleiben muss.

Kennt ihr das?
Endlich. Mittagsschlaf. Alle Kinder sind im Bett. Ich hab mir einen Kaffee gemacht und blätterte gerade eine Zeitschrift durch und freue mich über die Stille. Plötzlich höre ich Geschrei aus dem Kinderzimmer.

Ein freier Vormittag. Der erste seit gefühlten Ewigkeiten. Keine Verpflichtungen, keine Pläne. Die Kinderbetreuung ist organisiert und die Auszeit zum Greifen nah.
Und dann höre ich eins der Kinder am Vorabend sagen: "Mama! Ich glaub mir ist schlecht!"

Ich liebe diesen Film! Den will ich mir heute Abend im Fernsehen anschauen. Ich setze mich also mit meiner (geheimen) Schüssel Popcorn auf die Couch. Zwei Minuten später höre ich oben jemanden rufen: "Mamaaa! Ich kann nicht einschlafen!"

Ich könnte euch noch unzählige dieser Situationen aufzählen. Immer wieder finde ich mich in Situationen wieder, wo ich flexibel bleiben muss, wo Dinge nicht so laufen wie ich sie mir vorgestellt habe und wo Vormittage, Abende, Tage oder Urlaube nicht so ablaufen wie geplant.

Das nervt. 
...und manchmal ärgert es mich auch richtig!

Ich weiß! Sie können nix dafür. Sie machen es nicht mit Absicht (meistens zumindest), aber ich finde, ich hab das Recht kurz sauer zu sein. Schließlich muss ich auf die Situation reagieren und mich anpassen. Was mir nicht immer leicht fällt.
Manchmal ist es mir egal, da switche ich von Plan A zu Plan B ohne mit einer Wimper zu zucken. Da ich meine Kinder über alles liebe, möchte ich ja das es ihnen gut geht.
Aber manchmal finde ich es einfach *piep* !

Das muss auch mal gesagt werden! Das darf auch mal gesagt werden!

Der Druck, alles gut und richtig zu machen, ist oft größer als uns Mamas gut tut. Wir sind auch nur Menschen. So wie unsere Kinder.
Da gehört es auch dazu, dass man sich zwischendurch ganz und gar nicht gut findet. 
Warum ich euch das alles jetzt erzähle?

Weil es mir wichtig ist, dass ganz viele Mamas meine Worte lesen. Es ist ok seine Kinder auch mal doof zu finden. (...unsere Männer finden wir ja auch nicht immer nur charmant und super...)
Es ist sogar wichtig unseren Kinder zu zeigen, dass wir auch nur Menschen sind und keine Superheros. Sie dürfen uns auch mal wütend, traurig oder genervt sehen. Das gehört dazu.

Aber etwas finde ich fast noch ein bissl wichtiger: Lasst uns bitte auch miteinander solidarisch sein!
Die Spezies Mutter kann schon ganz schön hart, im Urteil über andere, sein. Lasst uns doch bitte aufhören damit, allen anderen Müttern zu zeigen, wie perfekt es bei uns läuft. Keiner von uns hat alles im Griff. Wir kämpfen alle mit den selben Herausforderungen.
Lasst uns einfach mal ehrlich sein! Seid doch ihr mal die Mama, die in der Kinderrunde zu gibt, dass sie sich manchmal wünscht die Zeit zu anzuhalten, um ein bisschen Zeit für sich zu haben (oder die Möglichkeit die Kinder kurz mal auf stumm zu schalten, um das Geschrei  nicht mehr zu hören).

Es ist ok diese Gedanken zu haben. Es ist ok diese Gedanken auszusprechen.
Nur so kann ich diese Gedanken auch wieder loslassen und mit ihnen umgehen lernen.

Die Zeit einfrieren kann ich nicht, aber ich kann meinen Mann bitten früher heimzukommen. Ich kann den Film einfach in der Mediathek am nächsten Tag anschauen. Ich kann den freien Vormittag für nächste Woche wieder neuplanen und ich kann die Zeitung auch am Abend durchblättern.

Ich kann durchatmen. Alles nicht so eng sehen und mich auf die Bedürfnisse meiner Kinder einstellen. Sie pflegen, ihnen Geborgenheit geben und ihnen immer wieder sagen wie lieb ich sie hab. Dann werden die Momente kommen, in denen mir die Kinder sagen: "Mama, es ist ok. Wir spielen jetzt allein. Du kannst dir ruhig einen Kaffee machen."
Versprochen! Diese Momente werden kommen.

 

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